Zwischen Appstore und Vereinsregister – Ländliches Ehrenamt auf dem Weg ins digitale Zeitalter (AppVeL)

Deutschlandweites Forschungsprojekt zum Stand der Digitalisierung im Ehrenamt in ländlichen Räumen

Wie digital ist das Ehrenamt im ländlichen Raum aufgestellt? Welche Tools und Softwares werden bereits genutzt? Sind Online-Versammlungen schon längst Status Quo oder noch Zukunftsmusik? Und ist die Digitalisierung des Ehrenamts Heilsversprechen oder doch eher Schreckgespenst? Antworten auf all diese Fragen wollen wir in Zusammenarbeit mit dem Leibniz-Institut für Raumbezogene Sozialforschung (IRS) durch eine umfangreiche quantitative und qualitative Erhebung herausfinden.

 

 

Forschungsprojekt

Viele Hoffnungen gehen mit der Digitalisierung des zivilgesellschaftlichen Engagements einher: Räumliche Distanzen könnten überwunden, Verwaltungsprozesse vereinfacht, jüngere Zielgruppen angesprochen und so dem Mitgliederschwund entgegen gearbeitet werden. In Förderprogrammen und Kampagnen wird die Digitalisierung des Ehrenamts entsprechend schon seit einiger Zeit vorangetrieben. Inwieweit die Digitalisierung für Vereine & Co jedoch selbst als Chance wahrgenommen wird und ob digitale Kommunikationsmittel, Projektmanagement-Tools, soziale Medien oder Apps tatsächlich schon Einzug in die ehrenamtliche Arbeit gehalten haben, ist noch weitestgehend unerforscht. 

Studien weisen bisher vor allem auf die Herausforderungen im Digitalisierungsprozess der ehrenamtlichen Arbeit hin: Unzureichende technische Kenntnisse, mangelnde Hardware, fehlendes Wissen zur rechtssicheren Durchführung von Versammlungen und kaum zeitliche sowie finanzielle Ressourcen für die Einführung digitaler Anwendungen sind nur einige der bestehenden Hürden. Erste Untersuchungen zeigen, dass der Grad der Digitalisierung im Ehrenamt sehr unterschiedlich ausfällt und stark von Organisationsgröße, Altersstruktur der Vereinsmitglieder und der Region abhängt. Zum tatsächlichen Digitalisierungsgrad des Ehrenamts – insbesondere im ländlichen Raum – gibt es bisher kaum belastbares Wissen. Auch darüber, wie sich die Corona-Pandemie auf die Situation vor Ort ausgewirkt hat, ist bisher wenig bekannt.

Mit unserem Forschungsprojekt, das wir in Kooperation mit dem Leibniz-Institut für Raumbezogene Sozialforschung durchführen, wollen wir diese Lücke in der Ehrenamtsforschung füllen. Uns interessiert dabei vor allem: 

  •   In welchem Umfang hat die Digitalisierung in die ehrenamtliche Arbeit im ländlichen Raum bereits Einzug gehalten? Welche Faktoren begünstigen und hemmen diese Entwicklung?
  •   Lassen sich raumbezogene, organisationsbezogene oder sonstige Unterschiede in der Verbreitung und Nutzung digitaler Technologien feststellen?
  •   Welche Chancen und Risiken bieten digitale Technologien – etwa für eine stärkere Vernetzung, die Überwindung räumlicher Distanzen, die Erschließung neuer Engagementfelder oder die Verjüngung des Engagements im ländlichen Raum?
  •   Welche Unterstützungsbedarfe bestehen?

Das methodische Vorgehen umfasst dabei zwei Schritte: Zunächst bauen wir mithilfe einer quantitativen deutschlandweiten Befragung einen soliden Wissensstand auf. Im Anschluss führen wir qualitative Interviews mit ausgewählten Organisationen und Experten durch.

Im Verlauf des Projekts sind mehrere Publikationen und eine Fachtagung zum Thema geplant, um einen Transfer der Studienergebnisse in die breite Öffentlichkeit sicherzustellen. Mit Handlungsempfehlungen an die Politik, Workshops und greifbaren Best-Practice-Beispielen wollen wir die Ergebnisse für künftige Fördermaßnahmen und Bildungsangebote aufbereiten und somit eine Brücke von den Forschung in die Praxis schlagen.

Partner

Leibniz-Institut für Raumbezogene Sozialforschung
Als Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft betreibt das IRS raumbezogene Sozialforschung als erkenntnis- und anwendungsorientierte Grundlagenforschung. mehr

Förderer

Gefördert durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.

Kontakt

Ansprechpartnerin

Berit Barutzki

Projektleitung
Zivilgesellschaft und Ehrenamt

berit.barutzki@neuland21.de