Besser arbeiten im Homeoffice? Tipps von Menschen, die es tun!

Wir haben vor einigen Wochen im Rahmen unserer Kampagne “Home Office – My Desk is my Castle” gefragt, wie wir unser Arbeitsleben zuhause besser gestalten können und was uns dabei unterstützt, fokussiert, motiviert und zufrieden zu bleiben. Im folgenden Artikel haben wir die wichtigsten Erkenntnisse zusammengefasst.
Wir danken allen, die uns von ihren persönlichen Erfahrungen im Homeoffice berichtet haben –
hier geht’s zu den Stories.

Homeoffice braucht Gestaltung neuer Routinen

Die meisten Unternehmen und Organisationen stellen ihren Mitarbeitenden Büroräumlichkeiten und Arbeitsplätze zur Verfügung, die diesen ein eher starres Verhalten abverlangen: Der Schreibtisch mit PC, an den man sich morgens setzt und den man erst abends wieder verlässt. Dazwischen gibt’s den einen oder anderen Gang zum Kaffeeautomaten oder in die Kaffeeküche, womöglich geht‘s noch für einen Plausch ins benachbarte Büro, aber das war’s dann auch schon.

Auch ich habe lange so gearbeitet, wobei ich dafür jeden Tag erst einmal einen Teil von mir an der Bürotür abgeben musste, um überhaupt in diese Routine zu passen. Beispielsweise gab es immer so gegen zwei Uhr nachmittags einen Moment, wo ich mich sehr gerne einfach mal nur für zehn Minuten hingelegt hätte, um mich mit einem Powernap zu erfrischen. Aber dafür gab es bei meinem damaligen Arbeitgeber partout keinen Platz – da stand kein Sofa zur Entspannung in unseren Räumen, denn diese waren vollständig aufs „Schaffen“ ausgerichtet. Ich habe es dann mal mit einer Yoga-Matte unterm Tisch versucht, aber gemütlich ist wirklich etwas anderes.

Homeoffice ist für einige von uns eine neue Erfahrung hinsichtlich: Ich kann mir meine Arbeit räumlich und zeitlich stärker selbst gestalten. Denn wenn wir nicht gerade in einem Start-Up mit New-Work-Mentalität oder in einem agil operierenden Unternehmen mit entsprechendem Workspace arbeiten, begegnen uns flexible Raum- und Zeitkonzepte noch eher selten. Homeoffice ermöglicht uns dabei die Entwicklung neuer Routinen, die unseren individuellen Bedürfnissen näher kommen.

 

#1 Finde deinen Weg

Wie frei wir uns darin schon bewegen, ist recht unterschiedlich. Ich selbst hielt auch im Homeoffice noch sehr lange an dem einen Platz fest, den ich morgens aufsuchte und abends wieder verließ, so sehr hatte sich bei mir dieses Arbeitssetting als das „einzig Wahre“ eingebrannt. Damit ich da rauskommen konnte, musste ich zunächst mit einigen Glaubenssätzen aufräumen vom „richtigen“ Arbeiten: Nur weil ich jetzt mit meinem Laptop auf dem Sofa und nicht am Schreibtisch sitze, heißt es nicht, dass das keine Arbeit mehr ist, was ich da tue. Oder auch: Weil ich mir zwei statt einer Stunde Mittagspause für den nächsten Energieschub einräume, bedeutet das nicht, dass ich nun alles schleifen lasse und meine Arbeit nicht mehr auf die Reihe kriege – im Gegenteil.

Im Homeoffice Arbeiten erlaubt uns mehr Gestaltungsspielraum und zeitliche wie räumliche Beweglichkeit. Das bedarf mitunter einer Revision der Vorstellung davon, wie, wann und wo Arbeiten „richtig“ ist oder zu passieren hat, damit wir es auch wirklich „Arbeit“ nennen können. Und es bedarf der Offenheit, zu experimentieren und Neues zu testen, um herauszufinden, was wir persönlich brauchen, um uns wohlzufühlen und gut zu arbeiten.

Also los, raus aus den alten Vorstellungen und ab an die frische Luft – die Tür ist offen!

 

#2 Schaffe dir eine Morgenroutine

Eine morgendliche Routine unterstützt uns dabei, leichter in den Tag zu kommen und in den Arbeitsmodus umzuschalten. Aufstehen ist dabei natürlich der erste Schritt. Manchmal stehen Bett und Schreibtisch nah beieinander.  Da hilft es, sich erst einmal ganz aus den eigenen vier Wänden rauszubewegen.

Warum den Tag nicht mit Bewegung an der frischen Luft beginnen? Im Homeoffice sparen wir uns zwar den Arbeitsweg ins Büro, womöglich fällt dadurch aber auch ein wichtiger Teil unserer täglichen Bewegung weg.  Eine Runde laufen oder zwanzig Sonnengrüße – Bewegung macht den Körper wach und unterstützt, dass auch unser Geist leichter folgen kann.

Wer Kinder hat, dessen Morgen gleicht vermutlich eher einem  “Aufwachen und Loslegen“. Doch nachdem die Liebsten versorgt sind und sich der erste Sturm gelegt hat, sollten wir uns erst einmal eine Atempause gönnen und uns Zeit nehmen, um den weiteren Tag zu planen. Bei einem Kaffee oder Tee können wir dann in Ruhe die To-Do-Liste durchgehen und uns die Frage stellen: Was möchte ich heute erreichen? So gelingt es uns, die Aufgaben für den Tag noch einmal genauer zu priorisieren und unterstützende Fristen zu setzen.

Apropos Tee: Eine stete Kanne heißer Tee ist eine sehr angenehme Begleitung durch einen Tag im Homeoffice.

#3 Gestalte und bewege dich dabei

Gerade in letzter Zeit sind viele Blogartikel mit Überlebenstipps zum Homeoffice entstanden. Auch Lifestyle-und Wohnmagazine sind voll mit Einrichtungsideen und -produkten für den optimalen Arbeitsplatz zuhause. Häufig lesen wir die Empfehlung, sich den einen festen Platz zum Arbeiten zuzulegen. Doch trifft das so immer zu?  Beim Lesen eurer Erfahrungsberichte stellen wir fest: Nicht unbedingt.

Wenn der Wohnraum bisher komplett auf relaxen und gemütlich ausgerichtet war, dann stellt sich natürlich zunächst die Frage, wo ist bei mir zuhause dieser Ort des Arbeitens? Und welche technische Ausstattung benötige ich? Wenn ich einen klassischen Bildschirmarbeitsplatz möchte, brauche ich dafür einen festen Ort. Es ist ein Frage der Selbstfürsorge, sich diesen möglichst praktikabel und angenehm zu gestalten. Und manchmal muss man dazu seine Wohnraumgestaltung neu denken.

Viele von uns arbeiten zuhause aber auch häufig mit einem Laptop und das birgt tatsächlich einen neuen Spielraum. „Ich bin nicht so wirklich der Schreibtisch-Typ“, schreibt uns Jonathan. Passt, denn im Homeoffice dürfen wir auch mal Abschied vom Schreibtisch nehmen. Wir können uns bewegen und unsere teils vielfältigen Aufgaben flexibel mit verschiedenen Orten verbinden – zum Beispiel so: Zum Lesen oder Recherchieren setze ich mich aufs Sofa. Für die Videokonferenz mit meinem Team befinde ich mich an meinem Schreibtisch. Konzentrierte Konzeptarbeit erledige ich im Hängesessel oder am Küchentisch mit Blick ins Grüne. Das Seminar halte ich am Stehtisch. Beim Telefonieren spaziere ich durch die Wohnung.

Anstatt über Stunden an einem Platz festzukleben, bringen wir auf diese Weise immer wieder gesunde Bewegung in unseren Organismus und wechseln gleichzeitig auch mal die Perspektive.

#4 Trenne Arbeit und Freizeit bewusst

Im Homeoffice können Grenzen leicht verschwimmen. Wenn auch du dazu tendierst, abends kein Ende zu finden, dann solltest du dir dieses bewusst setzen. Schon mal vorweg: Rituale sind nicht nur am Morgen gut, sondern helfen auch, die Arbeit für den Tag einzutüten und das Freizeitprogramm einzuläuten.

Grundsätzlich sind wir eh produktiver, wenn wir uns realistische Deadlines setzen und diese mit konkreten Zeiten versehen. Ein solch bewusst formuliertes Ziel könnte sein: Heute schreibe ich zwei Kapitel für mein Konzept XY und bin bis 19 Uhr mit dieser Tätigkeit fertig.

Nach getaner Arbeit kann dann bewusst der Feierabend mit einem Ritual eingeläutet werden, z.B. mit einem Spaziergang, einer entspannenden Dusche oder mit Kochen, um aus dem Arbeitsmodus vollständig raus zu zoomen und wieder in den privaten Modus rein zu zoomen. Letztlich geht es darum, die Trennung bzw. den Übergang dieser beiden Bereiche zu gestalten. Und sich an die zeitlichen Verabredungen zu halten, die man mit sich selbst getroffen hat.

Wenn alles an einem Ort stattfindet, ist die zeitliche Trennung von Arbeit und Freizeit umso wichtiger.

Hast auch du Lust, mit uns deine Lessons Learnt aus dem Home Office zu teilen? Dann schreibe uns. Hier findest du Infos zu unserer Kampagne „Home Office – My Desk is My Castle“.

Autorin: Anna Momburg